Minimal-Rig 2017

Mittlerweile sind seit meinem letzten Eintrag in dieser Rubrik ein paar Tage vergangen, und somit hat sich auch im Bereich der Minimal-Rig einiges getan.
Ich habe die im vorherigen Abschnitt beschriebene Ausführung lediglich 2-3 Mal eingesetzt und dann eine neue Ausführung gebaut:

Minimal-Holz-Rig
Minimal-Holz-Rig

Diese Ausführung hat sich seit mehr als 2 Jahren und bei zahlreichen Einsätzen bewährt.
Die PAN-Einstellung nehme ich ebenso wie die TILT-Einstellung beim Einhängen in die Leine vor, kontrolliere dann während der ersten Flugminuten, ob mit der augenblicklichen Einstellung mein gewünschtes Motiv auch im Bild ist und stelle gegebenenfalls noch etwas nach. Bei der Vielzahl der gemachten Aufnahmen -die Kamera steht meistens auf einem 8-10 Sekunden-Intervall- ist mit Sicherheit was Brauchbares dabei, auch ohne Video-Downlink.
Was aber nicht heißen soll, dass ich in absehbarer Zeit nicht versuchen werde, diese Kontrollmöglichkeit noch einzusetzen.
Ausgelöst wird die Kamea von einem CHDK-Intervallprogramm.

Gewicht der Halterung: 70 Gramm

Ergänzung vom 6.3.2018:

Die nun folgenden Ausführungen spiegeln meine augenblickliche Einstellung zum Thema „Rig“ wider und können sich, so wie ich mich kenne, in nächster Zeit schon wieder ändern. Eventuell sogar ins genaue Gegenteil, denn ich denke laufend darüber nach, wie ich meine Luftbildaufnahmen „verbessern“ kann. Sei es durch die eingesetzte Technik und oder die Vorgehensweise.

Beginnen möchte ich mit einem Zitat:
„Perfektion ist nicht dann erreicht, wenn es nichts mehr hinzuzufügen gibt, sondern wenn man nichts mehr weglassen kann.“
Antoine de Saint-Exupéry, Terre des Hommes, III: L’Avion, p. 60 (1939)

Was bedeutet das für die Konstruktion meiner Rig? Es heißt, dass ich die Bestandteile der Kamerahalterung auf das wesentlich Notwendige reduziere, es gibt keine Servos, keinen Empfänger, keine elektrischen Steuerungen und damit auch keine Akkus oder Batterien. Für den Rahmen wähle ich Holz und für die Verbindungsteile Alu. Das Resultat ist ein Gewicht von 70 Gramm und ein Gesamtgewicht (zusammen mit der Canon S110) von 264 Gramm.

Jetzt könnte man sich fragen, warum gibt es keine Fernsteuerung, keine automatisierte Verstellung von PAN und TILT, keine ferngesteuerte Betätigung des Auslösers?
Die Antwort: ist der Drachen in gewünschter Höhe in der Luft und die Rig befindet sich in der Leine eben dieses Hebedrachens, kann man davon ausgehen, dass sich diese Leine bzw. der Drachen immer etwas seitlich und in der Höhe bewegen. Und somit die Kamera schon im nächsten Moment woanders steht oder auch nur woanders hinzeigt. Auf die Fernsteuerung bezogen, bedeutet das, dass ich lange hin-und hersteuern muss, um genau den gewünschten Ausschnitt zu bekommen.
Ausnahmen, die mir bei meinen zahlreichen Flügen bisher begegnet sind, waren Flüge in einer absolut gleichmäßigen Strömung wie sie nur in großer Höhe zu bestimmten Tageszeiten (Binnenland, Sommerabend) oder am Meer vorkommen. Bei böigem Wind, wie er oft im Binnenland herrscht, helfen manchmal große und schwere Drachen zusammen mit einer schweren Rig. Doch diese Flüge sind mir einfach zu anstrengend.

Deshalb ist es meiner Meinung nach ziemlich uninteressant, die Kamerastellung während des Fluges vom Boden aus beeinflussen zu wollen.
Wichtiger für mich sind daher eine leichte Halterung, eine ausreichend große Anzahl von brauchbaren Aufnahmen, ein Drachen, der schon bei wenig Wind die Rig hebt und weiterhin ruhig fliegt, falls der Wind auffrischt.

Einen „Luxus“, den ich mir zwischenzeitlich gegönnt habe, stellt der sogenannte Videodownlink dar.
Durch die entsprechende Technik ist es jetzt möglich, am Boden das Bild zu sehen, welches die Kamera aufnimmt. Hauptaufgabe ist dabei aber lediglich die Kontrolle des Bildausschnittes, zum Verstellen hole ich die Kamera zurück zum Boden.
Am Ende habe ich durch die dauernde Bewegung der Kamerahalterung fast immer Bilder, die das Motiv aus mehr als nur einer Perspektive zeigen, so dass ich auswählen kann, welche mir am besten gefällt.

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